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Die Geschichte des Aachener Karneval

Beim Aachener Karneval liegt der Ursprung bei den Karnevalsgesellschaften, die uniformartige Kostüme tragen. Doch heutzutage ist dies nicht mehr so, sondern Jecke in allen möglichen bunten Kostümen rufen den traditionellen "Oche-Alaaf" Ruf.

Aachen und das gesamte Rheinland standen von 1794 bis 1814 unter französischer Besatzung. 1802 wurde Aachen als Verwaltungssitz des Département de la Roer eine französische Stadt und Verwaltungsmittelpunkt. Die Besatzung des Rheinlandes wurde wesentlich von Aachen aus organisiert. Militärisch waren die Franzosen nicht stark genug, um im Alltagsleben in Aachen und Umgebung dauernd präsent zu sein. Die Franzosen bevorzugten es daher sich in ihre Kasernen zurück zu ziehen und ihren Besatzungsauftrag mit starken Patrouillen zu organisieren. Im Jahre 1798 erfolgte daher aus Sicherheitsgründen ein Verbot der lokalen Schützenvereine. Dieses Verbot hielt bis zum Jahre 1806.

Die empörten Bürger, typische Rheinländer, waren damit einer wesentlichen Quelle ihres gesellschaftlichen und teilweise auch politischen Lebens beraubt. Eine weitere erhebliche Belastung für die Bevölkerung stellte die Militärpflicht aller männlicher Einwohner zwischen dem 18. und dem vollendeten 40. Lebensjahr. Den materiell Bessergestellten war es dabei möglich, sich durch die Stellung eines Ersatzmannes von der Militärpflicht zu befreien.

Während die Verwaltungsreformen der Franzosen eine nicht geringe Zustimmung fanden, wurde also alles Militärische heftig abgelehnt. Die Aachener zeigten ihre Abneigung damit, dass sie vor den Kasernen der Franzosen in Lumpenkostümen, die wie Uniformen wirkten, auf und ab marschierten. Dabei sangen sie Schmählieder und verhöhnten den militärischen Gruß, indem sie ihn absichtvoll falsch ausführten. Entsprechende Anekdoten von der französischen Kaserne in der Aachener Elsassstraße sind bekannt, die etwa dort stand, wo heute der Kennedypark liegt.

In Aachen gründete sich daher nach dem Ende der Besatzung der erste Verein, der das Tragen der Kostüme, das Absingen der Schmählieder und den Narrengruß während der Karnevalszeit in seine Satzung aufnahm. Diesem Beispiel folgten alsbald viele Andere. Uniformtragende Karnevalsgesellschaften sind also im Ursprung eine rheinische Angelegenheit und Ausdruck eines konkreten Antimilitarismus.

Der Narrengruß (die rechte flache Hand wird links an der Stirn nachlässig angelegt) hat sich bis heute erhalten und steht auch heute noch für eine Verhöhnung von staatlichen und militärischen Zwängen.

Da sich uniformtragende Karnevalsgesellschaften auch in anderen Landesteilen etabliert haben, ist der Anspruch des Antimilitarismus sicher kein Hauptmotiv des Aachener Karneval mehr.

(gefunden in: Wikipedia)

 

 

1. KG Koe Jonge Richterich e. V. gegr. 1956 

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